Konzentration

In der Kognitiven Psychologie wird Konzentration als die Fähigkeit definiert, die Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum hinweg bewusst auf eine bestimmte Tätigkeit, ein Objekt oder einen Gedanken zu lenken und dabei Ablenkungen auszublenden.

Es ist im Grunde die „intensive Form“ der Aufmerksamkeit. Während Aufmerksamkeit eher das allgemeine Scannen der Umgebung ist, ist Konzentration der Fokusstrahl.

Kernaspekte der Konzentration

Um zu verstehen, wie Konzentration funktioniert, unterscheidet man oft zwischen diesen Faktoren:

  • Selektivität:
    Die Fähigkeit, relevante Reize von irrelevanten (Störgeräuschen, blinkenden Benachrichtigungen) zu trennen.
  • Dauerhaftigkeit:
    Wie lange man den Fokus halten kann, bevor die kognitive Ermüdung einsetzt.
  • Intensität:
    Das Ausmaß der mentalen Anstrengung, das in die Aufgabe fließt.

Das Belastungs-Beanspruchungs-Modell

Konzentration ist eine begrenzte Ressource. Nach dem Modell von Kahneman verfügen wir über ein festes Reservoir an mentaler Energie. Wenn eine Aufgabe zu komplex ist oder zu viele Störfaktoren existieren, ist dieses Reservoir schnell erschöpft.

Einflussfaktoren (Warum wir sie verlieren)

Konzentration ist kein Dauerzustand, sondern schwankt stark. Die Psychologie unterteilt die Störer meist so:

Kategorie Beispiele
Interne Faktoren Hunger, Schlafmangel, emotionale Belastung (Grübeln), Motivationsmangel.
Externe Faktoren Lärm, schlechte Beleuchtung, Multitasking, digitale Unterbrechungen.
Aufgabenmerkmale Zu schwere Aufgaben (Überforderung) oder zu monotone Aufgaben (Unterforderung).

Methoden zur Steigerung der Konzentration

Wenn man seine Konzentrationsfähigkeit trainieren oder im Alltag optimieren möchte, bieten sich folgende psychologisch fundierte Ansätze an:

  1. Monotasking statt Multitasking:
    Das Gehirn kann nicht gleichzeitig zwei kognitiv anspruchsvolle Aufgaben lösen; es schaltet nur schnell hin und her, was massiv Energie kostet („Switching Costs“).
  2. Die Pomodoro-Technik:
    Arbeiten in festen Intervallen (z.B. 25 Min. Fokus, 5 Min. Pause), um die kognitive Erschöpfung hinauszuzögern.
  3. Achtsamkeitstraining (Mindfulness):
    Meditation schult das Gehirn darin, den Fokus immer wieder sanft zum Objekt (z.B. dem Atem) zurückzubringen, was die neuronale Plastizität im präfrontalen Cortex stärkt.
  4. Flow-Zustand:
    Ein Konzept von Mihály Csíkszentmihályi. Konzentration gelingt am besten, wenn die Schwierigkeit der Aufgabe genau den Fähigkeiten entspricht.

Abgrenzung: Wann ist es eine Störung?

Von einer Konzentrationsstörung spricht man erst, wenn die Beeinträchtigung über einen längeren Zeitraum besteht und den Alltag massiv behindert (z.B. bei ADHS, Depressionen oder nach starkem Stress/Burnout).