GABA (Gamma-Aminobuttersäure)
GABA (Gamma-Aminobuttersäure) ist der wichtigste hemmende (inhibitorische) Neurotransmitter in unserem zentralen Nervensystem. In der Psychologie betrachten wir GABA oft als das „Bremspedal“ des Gehirns.
Die psychologische Funktion von GABA
Während Botenstoffe wie Glutamat das Gehirn stimulieren und „Gas geben“, sorgt GABA dafür, dass die neuronale Aktivität gedrosselt wird. Das hat direkte Auswirkungen auf unser Wohlbefinden:
- Emotionsregulation:
GABA hilft dabei, intensive Gefühle wie Angst, Panik oder Wut zu dämpfen. - Stressbewältigung:
Es schirmt das Nervensystem gegen Reizüberflutung ab. - Schlafqualität:
GABA bereitet das Gehirn auf die Ruhephase vor, indem es die „Gedankenkarusselle“ verlangsamt. - Fokus und Entspannung:
Ein ausgeglichener GABA-Spiegel ermöglicht einen Zustand der gelassenen Konzentration.
Was passiert bei einem GABA-Mangel?
Wenn das „Bremssystem“ nicht richtig funktioniert, gerät die Psyche in einen Zustand der Übererregung. Typische psychologische Symptome sind:
- Angststörungen:
Ein chronisch niedriger GABA-Spiegel wird oft mit generalisierter Angst oder Panikattacken in Verbindung gebracht. - Insomnie:
Schwierigkeiten beim Einschalten der inneren Ruhe führen zu massiven Schlafstörungen. - Innere Unruhe:
Betroffene fühlen sich ständig „unter Strom“ oder leicht reizbar. - Geringe Stressresistenz:
Schon kleine Herausforderungen wirken überwältigend.
GABA in der Therapie und Anwendung
In der Psychologie und Psychiatrie gibt es verschiedene Wege, das GABA-System zu beeinflussen:
- Pharmakologie:
Medikamente wie Benzodiazepine (z. B. Valium) verstärken die Wirkung von GABA massiv. Sie wirken schnell gegen Angst, bergen aber ein hohes Abhängigkeitspotenzial. - Entspannungstechniken:
Methoden wie Progressive Muskelentspannung, Meditation oder tiefes Atmen können die GABA-Ausschüttung natürlich fördern. - Lifestyle:
Es gibt Hinweise darauf, dass regelmäßiger Ausdauersport und bestimmte Ernährungsgewohnheiten die GABA-Synthese unterstützen.
Wichtiger Hinweis: Die Selbstmedikation mit GABA-Präparaten ist umstritten, da GABA in Tablettenform die Blut-Hirn-Schranke nur sehr schwer überwinden kann. Der Fokus liegt in der Psychologie meist auf der Förderung der körpereigenen Produktion oder der Sensibilisierung der Rezeptoren.