Soziale Phobie

Eine Soziale Phobie (ICD-10), oder auch Soziale Angststörung (ICD11/DSM-5), ist eine psychische Erkrankung, die durch eine übermäßige und lang anhaltende Angst in sozialen Situationen gekennzeichnet ist, in denen man im Mittelpunkt steht oder von anderen beobachtet und bewertet wird. Betroffene fürchten sich davor, sich zu blamieren, und versuchen daher, solche Situationen zu vermeiden. Dies kann zu körperlichen Symptomen wie Erröten, Schwitzen oder Herzrasen führen und im Extremfall zu sozialer Isolation, Depressionen und anderen psychischen Problemen führen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass es dabei nicht um bloße Schüchternheit handelt, sondern um eine psychische Erkrankung, die den Alltag massiv einschränken und langfristig schwere negative Folgen für die psychische Gesundheit und das berufliche und soziale Leben haben kann.

Was passiert bei einer sozialen Phobie?

Die soziale Phobie äußert sich immer auf drei miteinander verknüpften Ebenen:

  • Die Gedankliche Ebene: Die Angst vor Bewertung
    Die Angst ist darauf gerichtet, von anderen Menschen als peinlich, lächerlich oder negativ bewertet zu werden.
  • Die Verhaltensebene: Flucht- und Vermeidungsverhalten
    Betroffene meiden soziale Situationen, die diese Angst auslösen könnten, wie z. B. öffentliche Vorträge, das Ansprechen fremder Personen oder selbst alltägliche Kontakte.
  • Die körperliche Ebene:
    Die Angst kann sich durch körperliche Symptome wie Schwitzen, Erröten, Zittern, Herzrasen, Übelkeit oder einen Blackout äußern.

Betroffene befinden sich in einer Spirale aus negativen Gedanken und körperlichen Reaktionen (dem Teufelskreis der (sozialen) Angst), die sich gegenseitig verstärken:

  1. Erwartungsangst:
    Schon Tage vor einem Ereignis („Was, wenn ich zittere?“).

  2. Situation:
    Die Begegnung findet statt.

  3. Selbstfokussierung:
    Die Aufmerksamkeit richtet sich extrem nach innen („Ich werde rot“, „Meine Stimme bebt“).

  4. Sicherheitsverhalten:
    Betroffene versuchen die Angst zu verbergen (z.B. Schal tragen gegen Erröten), was die Angst aber langfristig verstärkt.

Typische angstauslösende Situationen

  • Sich vor einer Gruppe zu äußern.
  • Ein Bewerbungsgespräch zu führen.
  • In der Öffentlichkeit zu essen oder zu telefonieren.
  • Im Supermarkt an der Kasse zu bezahlen.

Auswirkungen auf das Leben

Behandlungsmöglichkeiten

Die Soziale Phobie gilt als sehr gut behandelbar. Die erfolgreichsten Methoden sind:

  1. Kognitive Verhaltenstherapie (KVT):
    Hier werden negative Denkmuster identifiziert und korrigiert.

  2. Expositionstherapie:
    Betroffene begeben sich unter therapeutischer Anleitung bewusst in angstbesetzte Situationen, um die Erfahrung zu machen, dass die befürchtete Katastrophe ausbleibt.

  3. Soziales Kompetenztraining:
    Üben von Gesprächsführung und sicherem Auftreten.

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