Fokus (Focus)

In der Psychologie ist „Fokus“ (engl. Focus) eng mit dem Begriff der Aufmerksamkeit und der Konzentration verwandt, beschreibt aber spezifischer die Konzentration der kognitiven Ressourcen auf einen ganz bestimmten Punkt. Man kann es sich wie die Linse einer Kamera vorstellen, die ein Objekt scharf stellt, während der Rest verschwimmt.

Definition

Der Fokus ist die gezielte Ausrichtung und Zentrierung der Aufmerksamkeit auf einen spezifischen Reiz oder eine Aufgabe. In der Psychologie wird zwischen der Fokus-Breite (eng vs. weit) und der Fokus-Richtung (internal/selbstbezogen vs. external/umweltbezogen) unterschieden. Die Fähigkeit, den Fokus flexibel zu steuern, ist eine zentrale Exekutivfunktion des Gehirns.

Fokus als Zustand (Konzentration)

In der Allgemeinen Psychologie beschreibt Fokus die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum auf eine Aufgabe oder einen Reiz zu richten (Daueraufmerksamkeit).

  • Selektiver Fokus:
    Die Fähigkeit, relevante Informationen aus einer Flut von Reizen herauszufiltern (z. B. das Lesen eines Buches in einem lauten Café).
  • Deep Work / Flow:
    Ein Zustand extremen Fokus, in dem die Person völlig in einer Tätigkeit aufgeht und das Zeitgefühl verliert.

Der mentale Fokus in der Klinischen Psychologie

Hier geht es weniger um Leistung, sondern darum, worauf der Patient schaut. Der Fokus bestimmt das emotionale Befinden.

  • Internaler Fokus:
    Die Konzentration auf eigene Körperempfindungen oder Gedanken. Bei Angststörungen ist dieser Fokus oft „zu scharf“ eingestellt (z. B. das übermäßige Achten auf den Herzschlag).
  • Externaler Fokus:
    Die Ausrichtung auf die Umwelt. In Techniken wie der ATT (Attention Training Technique) wird trainiert, den Fokus aktiv von innen nach außen zu verschieben, um Grübeln zu stoppen.

Fokus-Flexibilität (Executive Control)

Ein gesundes Gehirn kann den Fokus wie einen Zoom verändern: mal ganz eng auf ein Detail (z. B. eine Zeile Code), mal ganz weit auf das große Ganze (z. B. die Stimmung in einem Raum). Psychische Belastungen führen oft zu einem „verklebten“ Fokus, bei dem man nicht mehr von einem negativen Gedanken loskommt.

Zusammenfassend ist der Fokus der „Lichtkegel“ unserer Aufmerksamkeit, dessen Richtung und Schärfe darüber entscheidet, welche Informationen wir verarbeiten und wie wir uns emotional fühlen.