Aufmerksamkeitsfixierung (Threat Monitoring)
Die Aufmerksamkeitsfixierung (oft auch als Threat Monitoring oder Bedrohungsmonitoring bezeichnet) ist ein Bestandteil des Kognitiven Aufmerksamkeitssyndroms (CAS). Sie beschreibt die unflexible Ausrichtung des mentalen Fokus auf bestimmte Reize, die als bedeutsam oder bedrohlich eingestuft werden.
Arten der Fixierung
Je nach psychischer Belastung kann sich der Fokus in unterschiedliche Richtungen versteifen:
- Internale Fixierung (Interozeption):
Die Aufmerksamkeit richtet sich zwanghaft nach innen auf körperliche Prozesse (z. B. Herzschlag bei Panikstörung, Darmgeräusche bei Hypochondrie) oder auf eigene Gedanken und Fehler. - Externale Fixierung:
Die Umgebung wird systematisch nach Gefahren abgesucht (z. B. das Scannen von Gesichtern nach Anzeichen von Ablehnung bei sozialer Angst oder das Achten auf Fluchtwege).
Der Teufelskreis der Hypervigilanz
Aufmerksamkeitsfixierung führt zu einem Zustand der Hypervigilanz (übersteigerte Wachsamkeit). Das Problem dabei:
- Wer sucht, der findet:
Durch die extreme Fokussierung nimmt man selbst normale Reize (ein leichtes Herzstechen, ein neutraler Blick eines Passanten) als Beweis für eine Bedrohung wahr. - Fehlende Habituation:
Da man den Reiz ständig aktiv überwacht, kann sich das Gehirn nicht daran gewöhnen. Der Reiz bleibt „leuchtend“ und wichtig.
Warum fixieren wir uns?
Die Psychologie erklärt dies durch Metakognitionen: Betroffene glauben oft unbewusst, dass die Fixierung sie schützt („Wenn ich genau aufpasse, passiert mir nichts“). In Wirklichkeit verhindert die Fixierung jedoch, dass das Gehirn lernt, dass die Situation eigentlich sicher ist.
Behandlung
In der Therapie (z. B. durch die Attention Training Technique (ATT)) geht es darum, die „festgeklebte“ Aufmerksamkeit wieder zu lösen und die Flexibilität zurückzugewinnen, den Fokus bewusst dorthin zu lenken, wo man ihn haben möchte.
Zusamenfassung: Aufmerksamkeitsfixierung ist ein ständiges, unflexibles Scannen nach Gefahrensignalen, das die Aufmerksamkeit an Angstthemen „festklebt“ und eine objektive Bewertung der Situation verhindert.