Blackout
Der Begriff Blackout beschreibt in der Psychologie und Neurologie einen plötzlichen, vorübergehenden Gedächtnisverlust oder das Unvermögen, in einer Stresssituation auf gespeichertes Wissen zuzugreifen.
Man unterscheidet dabei meist zwischen zwei völlig unterschiedlichen Ursachen: dem stressbedingten Blockieren (z.B. bei Prüfungsangst) und dem substanzinduzierten Gedächtnisverlust (z.B. bei Alkohol– oder Drogenmissbrauch).
Der psychologische Blackout (Stress & Angst)
Dies ist die klassische Blockade in einer Prüfung oder auf einer Bühne. Obwohl man gelernt hat, ist der Kopf plötzlich „leer“.
- Der Mechanismus:
Bei massivem Stress schüttet der Körper vermehrt Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin aus. - Die Blockade:
Diese Hormone fluten das Gehirn und beeinträchtigen die Kommunikation zwischen dem Hippocampus (zuständig für das Abrufen von Inhalten) und dem Präfrontalen Cortex (zuständig für rationales Denken). - Das Ergebnis:
Das Gehirn schaltet auf ein archaisches „Überlebensprogramm“ (die Stressreaktion) um (Flucht, Kampf oder Totstellen). Komplexe Wissensabfrage ist in diesem Modus biologisch nicht vorgesehen.
Strategien gegen die Blockade
| Phase | Maßnahme |
| Akut | Tief durchatmen (Parasympathikus aktivieren), kurze Pause machen, den Körper spüren (Füße auf dem Boden / Grounding). |
| Präventiv | Simulation der Stresssituation, Entspannungstechniken (autogenes Training, PME), ausreichend Schlaf. |
Der alkoholbedingte Blackout (Filmriss)
Hierbei handelt es sich weniger um ein psychologisches Abrufproblem, sondern um eine neurologische Speicherstörung.
- Die Ursache:
Ein schnell ansteigender Blutalkoholspiegel stört die Langzeitpotenzierung im Hippocampus. - Der Effekt:
Das Gehirn verliert die Fähigkeit, Informationen vom Kurzzeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis zu übertragen. - Wichtig:
Betroffene wirken während des Blackouts oft noch handlungsfähig und ansprechbar, aber das „Aufnahmegerät“ im Kopf steht still. Am nächsten Tag fehlen diese Stunden komplett.
Dissoziative Amnesie
In der klinischen Psychologie gibt es zudem den Blackout als Schutzmechanismus nach traumatischen Erlebnissen. Das Gehirn „kapselt“ Erinnerungen ab, um die Psyche vor Überlastung zu schützen. Dies geschieht unbewusst und ist oft Gegenstand spezieller Traumatherapien.