Hypophyse

In der Psychoneuroendokrinologie gilt die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) als die „Schaltzentrale“ des Hormonsystems. Unter psychologischen Aspekten, betrachten wir hier vor allem die Verbindung zwischen Emotionen, Stressreaktionen und Verhalten.

Die Brücke zwischen Geist und Körper

Die Hypophyse ist das ausführende Organ des Hypothalamus. Zusammen bilden sie die Schnittstelle zwischen dem Nervensystem (Gedanken/Reizen) und dem endokrinen System (körperliche Reaktion).

Die Stressachse (HPA-Achse)

Dies ist die wichtigste Verbindung für die Psychologie. Wenn wir psychischen Stress erleben, aktiviert die Hypophyse die Nebennierenrinde.

Das „Bindungshormon“ Oxytocin

Der Hypophysenhinterlappen speichert Oxytocin, das im Hypothalamus produziert wird.

Wachstum und Antrieb

Durch die Ausschüttung von Wachstumshormonen (Somatotropin) und die Steuerung der Schilddrüse (via TSH) beeinflusst die Hypophyse indirekt unser Energieniveau und unseren Antrieb.

Psychische Auswirkungen bei Funktionsstörungen

Wenn die Hypophyse nicht im Gleichgewicht ist, zeigen sich oft primär psychiatrische Symptome, bevor körperliche Ursachen diagnostiziert werden:

Hormon-Abweichung Mögliche psychische Symptome
Cortisol-Steuerung (ACTH) Reizbarkeit, emotionale Instabilität, schwere Depression.
Prolaktin-Überschuss Libidoverlust, Ängstlichkeit, depressive Verstimmungen.
Wachstumshormon-Mangel Soziale Isolation, geringes Selbstwertgefühl, Vitalitätsverlust.