Internalisierung
In der Psychologie beschreibt die Internalisierung (auch Verinnerlichung) den Prozess, bei dem äußere Werte, Normen, Erwartungen oder auch Verhaltensweisen anderer Personen in das eigene Selbstbild übernommen werden, bis sie als Teil der eigenen Identität empfunden werden.
Zentrale Aspekte
- Entwicklung:
Ein Kind lernt Regeln (z. B. „Man stiehlt nicht“) erst durch Verbote von außen und macht sie sich später zu einem eigenen moralischen Kompass (Gewissen/Über-Ich). - Problematik:
Auch negative Zuschreibungen können internalisiert werden (z. B. „Ich bin nicht gut genug“), was zu geringem Selbstwertgefühl oder psychischen Belastungen führt. - Gegenteil:
Während die Externalisierung Distanz zum Problem schafft, sorgt die Internalisierung für eine tiefe (manchmal zu starke) Verschmelzung mit dem Thema.
Vergleich: Internalisierung vs. Externalisierung
| Merkmal | Internalisierung | Externalisierung |
| Kernprozess | Verinnerlichung (von außen nach innen). | Auslagerung (von innen nach außen). |
| Identität | Das Problem/die Norm wird Teil des „Ichs“ („Ich bin …“). | Das Problem wird als separate Entität gesehen („Es ist …“). |
| Psychischer Effekt | Identitätsstiftend oder selbstabwertend. | Entlastend und handlungssteigernd. |
| Beispiel (positiv) | Entwicklung eines eigenen Gewissens und stabiler Werte. | Gewinnen von Abstand zu überwältigenden Ängsten (Distanzierung). |
| Beispiel (negativ) | Übernahme fremder Schuldgefühle oder toxischer Kritik. | Verleugnung von Eigenverantwortung (wenn missbräuchlich genutzt). |