Motivationspsychologie

In der Motivationspsychologie geht es um die Analyse von Richtung, Ausdauer und Intensität von Verhalten. Wir schauen uns an, was uns „bewegt“ (lateinisch movere).

Gegenstand

Die Motivationspsychologie sucht nach Erklärungen für das zielgerichtete Handeln. Dabei stehen drei Aspekte im Fokus:

  • Aktivierung:
    Der Prozess, durch den Verhalten überhaupt in Gang gesetzt wird.
  • Richtung:
    Die Entscheidung für ein bestimmtes Ziel (warum A und nicht B?).
  • Ausdauer/Intensität:
    Wie lange und wie hartnäckig verfolgt jemand dieses Ziel, selbst wenn Hindernisse auftreten?

Zentrale Personen & Pioniere

Einige Köpfe haben das Feld maßgeblich geprägt:

Wichtige Theorien im Überblick

Inhaltstheorien (Was motiviert uns?)

  • Bedürfnispyramide (Maslow):
    Ein Stufenmodell von physiologischen Grundbedürfnissen bis zur Selbstverwirklichung.
  • Zwei-Faktoren-Theorie (Herzberg):
    Unterscheidet in der Arbeitswelt zwischen Hygienefaktoren (verhindern Unzufriedenheit, z. B. Gehalt) und Motivatoren (erzeugen echte Zufriedenheit, z. B. Anerkennung).

Prozesstheorien (Wie funktioniert Motivation?)

  • Erwartungs-mal-Wert-Modelle:
    Motivation entsteht aus der Formel: Motivation = Erwartung (Erfolgswahrscheinlichkeit) x Wert (Attraktivität des Ziels).
  • Rubikon-Modell:
    Beschreibt den Weg vom bloßen Wunsch über den Entschluss (Intention) bis hin zur Bewertung des Ergebnisses.

Anwendungsbereiche

Die Erkenntnisse werden fast überall genutzt, wo Menschen Leistung erbringen oder sich verändern wollen:

  • Arbeits- & Organisationspsychologie:
    Wie gestaltet man Jobs so, dass Mitarbeiter engagiert bleiben? (Job-Enrichment).
  • Sportpsychologie:
    Wie gehen Athleten mit Druck um und bewahren ihren „Drive“?
  • Pädagogische Psychologie:
    Wie weckt man bei Schülern Lernfreude statt reinem Notendruck?
  • Klinische Psychologie:
    Motivation zur Verhaltensänderung (z. B. bei Suchterkrankungen).

Bedeutung

Ohne Motivation gibt es keinen Fortschritt – weder individuell noch gesellschaftlich.

  • Wirtschaftlich:
    Motivation ist die Ressource für Innovation und Produktivität.
  • Individuell:
    Eine hohe Passung zwischen persönlichen Motiven und den täglichen Aufgaben (Flow-Erleben) ist ein Hauptfaktor für psychische Gesundheit und Lebenszufriedenheit.