Psychohygiene
Unter Psychohygiene versteht man in der Psychologie alle Maßnahmen, die dazu dienen, die psychische Gesundheit zu erhalten, vor Belastungen zu schützen und das emotionale Gleichgewicht zu bewahren. Während die klinische Psychologie oft Krankheiten heilt, ist die Psychohygiene die Prävention – quasi das Zähneputzen für die Seele.
Die drei Ebenen der Psychohygiene
| Ebene | Fokus | Ziel |
| Präventiv | Schutz vor Überlastung | Resilienz aufbauen, bevor Stress entsteht. |
| Restitutiv | Erholung nach Belastung | Den „Normalzustand“ nach Stressphasen wiederherstellen. |
| Kurativ | Akutmaßnahme | Schadensbegrenzung bei bereits bestehenden Krisen. |
Zentrale Strategien (Methoden)
- Emotionsregulation:
Gezielte Techniken wie z.B. die Resonanzatmung, um das autonome Nervensystem bei Stress sofort herunterzuregeln und die Amygdala-Aktivität zu dämpfen. - Kognitive Umstrukturierung:
Das Erkennen und Korrigieren von dysfunktionalen Denkmustern (z. B. Perfektionismus oder Katastrophisieren). - Abgrenzung & Psychologische Distanz:
Die Fähigkeit, berufliche Probleme nicht als Angriff auf den eigenen Selbstwert zu werten (Detachment). - Soziale Unterstützung:
Pflege stabiler Beziehungen als Puffer gegen psychische Erosion.
Einbettung in den (Arbeits-)Alltag
Psychohygiene ist kein einmaliges Event, sondern ein kontinuierlicher Prozess den man aktiv beeinflussen kann, z.B. durch:
- Micro-Breaks:
Kurze Intervalle der Erholung zwischen zwei Aufgaben zur Entspannung und Senkung der allostatischen Last. - Digital Detox:
Bewusstes Abschalten von Informationsflüssen, um die kognitive Kapazität zu regenerieren. - Reflexion:
Kurze Bilanzierung am Tagesende (z.B Journaling):
„Was hat heute Energie gekostet, was hat Energie gegeben?“
Zusammenfassung
Psychohygiene ist die bewusste Anwendung präventiver Strategien zur Erhaltung der psychischen Gesundheit und emotionalen Stabilität, um die psychische Belastbarkeit im Alltag dauerhaft zu sichern.