Trigger

In der Psychologie ist ein Trigger (englisch für „Auslöser“) ein Reiz, der eine unmittelbare, oft überwältigende psychische Reaktion hervorruft. Dabei wird eine alte Erinnerung oder ein gespeichertes Gefühlsmuster im Gehirn schlagartig reaktiviert.

Man kann sich das wie einen psychologischen Reflex vorstellen: Ein äußerer Reiz drückt einen inneren Knopf.

Wie funktioniert ein Trigger?

Unser Gehirn speichert Erlebnisse – besonders traumatische oder sehr emotionale – zusammen mit den Sinnesindrücken ab, die in diesem Moment präsent waren. Ein Trigger ist ein Bruchstück dieser Erinnerung, das im Heute auftaucht.

  • Der Reiz:
    Das kann ein Geruch (z. B. ein bestimmtes Parfum), ein Geräusch (ein Knall), ein Wort, ein Bild oder sogar eine Körperhaltung sein.
  • Die Reaktion:
    Das Gehirn (insbesondere die Amygdala) schlägt Alarm. Es unterscheidet nicht mehr zwischen „Damals“ und „Heute“. Der Körper schaltet sofort in den Überlebensmodus: Fight, Flight or Freeze (Kampf, Flucht oder Erstarren).

Arten von Triggern

Trigger treten in verschiedenen Intensitäten und Kontexten auf:

  • Trauma-Trigger:
    Bekannt aus der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Betroffene erleben einen „Flashback„, bei dem sie das Gefühl haben, das Trauma fände gerade wieder statt.
  • Emotionale Trigger:
    Kleinere Reize, die uns „auf die Palme bringen“. Oft hängen sie mit unverarbeiteten Kindheitserfahrungen zusammen (z. B. wenn jemand einen bestimmten Tonfall benutzt und man sich plötzlich wieder wie ein kleines, hilfloses Kind fühlt).
  • Sucht-Trigger:
    Reize, die bei Suchtkranken ein extrem starkes Verlangen (Craving) auslösen (z. B. der Anblick eines Weinglases).

Die Rolle des Gehirns (PFC vs. Amygdala)

Bei einer starken Trigger-Reaktion wird der präfrontale Cortex (die Vernunft) quasi vorübergehend ausgeschaltet. Die Amygdala (das Angstzentrum) übernimmt das Kommando. Man kann in diesem Moment nicht „vernünftig“ über die Situation nachdenken, sondern reagiert rein instinktiv.

Was hilft gegen Trigger?

In der Therapie (z. B. Verhaltenstherapie) lernt man Strategien, um die Kontrolle zurückzugewinnen:

  1. Erdung (Grounding):
    Sich bewusst ins „Hier und Jetzt“ zurückholen (z. B. die 5-4-3-2-1-Methode: 5 Dinge sehen, 4 hören, 3 spüren…).
  2. Trigger-Management:
    Die eigenen Auslöser identifizieren, um nicht mehr kalt erwischt zu werden.
  3. Distanzierung:
    Erkennen: „Das ist gerade ein Trigger, keine reale Gefahr im Jetzt.“

Einordnung: „Trigger-Warnung“

Im Internet begegnen dir oft Trigger-Warnungen (TW) oder Content Notes (CN). Sie dienen dazu, Menschen mit Traumata vorzuwarnen, damit sie entscheiden können, ob sie den Inhalt (z. B. über Gewalt oder Missbrauch) gerade konsumieren können oder ob er sie psychisch überfordern würde.