Neurose
Unter einer Neurose (oder neurotische Störung, engl.: neurotic disorder) versteht man in der Psychologie eine psychische Fehlregulation, die meist auf ungelöste, unbewusste innere Konflikte zurückzuführen ist. Im Gegensatz zur Psychose bleibt bei einer Neurose der Realitätsbezug erhalten – die Betroffenen wissen also, dass ihr Verhalten oder ihre Ängste irrational sind, können sie aber aus eigener Kraft nicht abstellen.
Hier ist eine Übersicht über das Konzept, die Entstehung und die moderne Einordnung:
Das klassische Verständnis (Tiefenpsychologie)
Der Begriff wurde stark durch Sigmund Freud geprägt. Er sah Neurosen als ein „Kompromissgebilde“ zwischen verschiedenen psychischen Instanzen:
- Der Konflikt:
Ein Widerstreit zwischen triebhaften Wünschen (dem „Es“), moralischen Verboten (dem „Über-Ich“) und der Realität. - Die Abwehr:
Da der Konflikt zu schmerzhaft oder angstbesetzt ist, wird er ins Unbewusste verdrängt. - Das Symptom:
Die neurotische Störung (z. B. ein Waschzwang oder eine Phobie) ist der Versuch der Psyche, diesen inneren Druck zu entladen, ohne den eigentlichen Konflikt lösen zu müssen.